miró goes Direct Trade

Endlich konnten wir ihn umsetzen: unseren ersten, langersehnten Direct Trade. Fabricio von Sancoffee und Gilles von Algrano setzten im Frühling 2019 die Weichen dafür, als sie uns in unserer Kaffeerösterei in Zürich besuchten. Wie der Zufall es wollte, trafen wir Fabricio an der World of Coffee in Berlin wieder. Bei einem Kaffee tauschten wir uns über genau diese gemeinsame Leidenschaft aus und diskutierten unsere Zukunftspläne.

 

Spoil-Alert: Es freut uns unglaublich mit Sancoffee einen Kooperationspartner gefunden zu haben, der unsere Visionen und Werte teilt.

Die Kooperative investiert viel Zeit und Herzblut in ihre Communities und in die Weiterbildung der Kaffeebauern. Sie pflegt und erweitert ihr Netzwerk und ermöglicht den Kleinbauern den Zugang in den Weltmarkt, wo auf Qualität Wert gelegt und auch dafür bezahlt wird. Sancoffee legt einen Meilenstein für eine nachhaltige Zukunft des Kaffees, welche wir langfristig unterstützen möchten.

Unseren ersten Direct Trade «Boa Vista» von Sancoffee gibt’s ab jetzt in unserem Onlineshop.

Reisebericht

 

Und für alle, die mehr zur Partnerschaft mit Sancoffee wissen möchten hier den ausführlichen Reisebericht mit Hintergrundinformationen zur Kooperative:

Im selben Jahr der World of Coffee in Berlin trat ich, David, meine Reise nach Südamerika an. Natürlich wollte ich mir die Möglichkeit nicht entgehen lassen, Sancoffee auf ihrer Farm in Brasilien zu besuchen.

Am Flughafen in Belo Horizonte erwartete uns der Fahrer bereits. Dass Joao weder Spanisch noch Portuñol sprach, störte unsere Kommunikation wenig. Denn auf dem Rücksitz des Jeeps fanden wir neben Pao de Queijo und anderen Köstlichkeiten eine Liste mit essentiellen Übersetzungen, welche wir gleich austesten mussten: «Joao, kannst du bitte die Klimaanlage runterstellen? Obrigado.» 🙂

Weitere 6 Reisestunden später fuhr der Geländewagen in der Fazenda Engenho da Gloria ein. Es war dunkle Nacht, als uns unser Host, Ana Claudia, gut gelaunt empfing. Die Silhouetten des Gebäudes und der Umgebung liessen uns nur erahnen, wie schön die Farm bei Tageslicht tatsächlich sein würde. Nach einem leckeren Abendessen führte uns Ana Claudia auf unser Zimmer, wo wir unsere dringend benötigten Schlummerstunden nachholen konnten.

Mit einem Rundgang durch den prachtvollen Farmgarten lässt es sich wunderbar in den Tag starten. Das ausgiebige Frühstück und eine gute Tasse frischgebrauter Kaffee von Ana Claudia taten den Rest. Meine Erwartungen an die nächsten Tage waren gross und ich wurde nicht enttäuscht. Mit vollgeschlagenen Bäuchen machten wir uns auf zur Farm vom Co-Founder der Kooperative. Henrique Cambraia weihte uns in die Entstehung, die Werte und die Vision von Sancoffee ein.

Ein schönes Video-Portrait über Sancoffee gibts hier.

 

Die Kooperative versteht sich als treibende Kraft für Kaffeequalität in Campo das Vertentes und strebt nach konsistent hochwertig produzierten Kaffeebohnen. Fortschrittliche Landwirtschaftspraktiken anzuwenden und dabei keinen Abstrich bei der Nachhaltigkeit zu machen, das ist ihr Credo. Sancoffee ermöglicht den Kaffeebauern Zugang zu internationalen Märkten und setzt sich für langfristige Partnerschaften zu Kaffeeröstern und Importeuren auf der ganzen Welt ein. Das sind nicht nur leere Versprechungen, sondern harte Arbeit, die Sancoffee in den letzten 10 Jahren umgesetzt hat. Nun haben wir ihn gefunden, den Partner, der unseren Werten entspricht.

Wir brettern durch die unzähligen Hektare Kaffeeplantagen, geniessen die wunderschöne Aussicht und lauschen den Anekdoten von Henrique. Es ist beeindruckend, wie vielen kleinen Projekten sich das Team annimmt. Zur Zeit unseres Besuches waren einige Mitarbeiter gerade damit beschäftigt, den natürlichen Verlauf eines Baches zu rekonstruieren. Das Wasser liefert viele wertvolle Mineralien für den Boden, die für Kaffee sehr wichtig sind und ebenso für Flora und Fauna der Region.

Am Nachmittag ging es dann ans Eingemachte. Beim Cupping sollte entschieden werden, welche Kaffees wir ins Sortiment von Miro Coffee aufnehmen. Joao Marcos, Q-Grader bei Sancoffee, hatte bereits 16 Kaffees zu je 5 Tassen vorbereitet. Wir schlürften uns durch und kürten die 4 Gewinner. Der erste Kandidat ist ein sogenannter Crowd Pleaser. Ein Kaffee, der Spezialitäten-Charakter hat, ohne die Konsumenten beim Genuss zu überfordern. Sein Aromaprofil ist konstant und die Kaffeebohne funktioniert mit verschiedenen Braumethoden.

Vollgepumpt mit Koffein kam uns eine Führung durch die Milling Station und das Umschlagslager gerade recht. Die gesamte Logistikkette gewährleistet volle Transparenz. Die Infrastruktur der Milling Station ist fortschrittlich, organisiert und sauber. Es sind verschiedene Rüttler wie auch eine Laser-Sortiermaschine im Einsatz, um Defekte zu reduzieren oder auszuschliessen (je nach Einstellung).

 

Fazit: Die Gespräche mit den Kleinbauern während unseres Aufenthalts haben uns die Augen geöffnet und bestätigen uns darin, dass wir uns in die richtige Richtung bewegen. Indem wir Spezialitätenkaffee von Bauernfamilien einkaufen, ermöglichen wir diesen ein besseres Leben. Auch wenn der Impact noch so klein ist, können wir doch ein Zeichen setzen. Auch du kannst deinen Teil dazu beitragen, indem du nachhaltig produzierten Kaffee trinkst. Make it count.