Los Altiplanos

Aprikose, Karamell, Mandel

Dieser vielseitige Kaffee aus den Hochländern Nicaraguas bietet ein sehr ausgewogenes Geschmackserlebnis. Zunächst begrüsst er mit einer saftigen, mittleren Säure, die an Grapefruit und Steinobst erinnert. Beim zweiten Schluck kommt die Frische süsser Aprikosen zum Vorschein. Los Altiplanos ist geprägt von einer honigartigen Textur – abgerundet durch sanfte Noten geschälter Mandeln.

Land

Nicaragua

Produzent:in

Sajonia Estate Coffee SA

Region

Altos de Jinotega

Anbauhöhe

1060 – 1320 m ü. M.

Arabica Varietät

Parainema

Prozess

Gewaschen

Empfohlen für

Espresso & Filter

Los Altiplanos

Über die Farm

Die Finca Los Altiplanos liegt im Naturschutzgebiet Datanlí El Diablo und ist von einer vielfältigen lokalen Flora und Fauna umgeben. Der Fluss Jugüina grenzt ebenfalls an die Farm und versorgt den Kaffee mit frischem Wasser. Die Finca Los Altiplanos wurde Ende der 1930er Jahre von einem Schotten namens Mr. Potter gegründet und später im selben Jahrzehnt an den damaligen Präsidenten Anastasio Somoza García verkauft. Das Land wurde in den 1980er Jahren vom nicaraguanischen Staat enteignet und in die für die Agrarreform vorgesehenen Landflächen eingegliedert. Vor vierzehn Jahren sah Ricardo Cuadra Fajardo die zum Verkauf stehende Farm, verliebte sich sofort in sie und kaufte sie. Neben Kaffee baut Ricardo auch Weizen und verschiedene Gemüsesorten an. 30 Hektar der Farm gelten als Urwald — der Kaffee wächst unter einem vielfältigen Schattendach. Insbesondere gedeiht der Kaffee dank der drei Guaba-Arten, die auf der gesamten Farm wachsen. Guaba spendet nicht nur Schatten für den Kaffee, sondern trägt auch zur Stickstofffixierung bei und liefert eine erneuerbare Energiequelle in Form von Brennholz. Auf der Farm sind 25 festangestellte Mitarbeitende beschäftigt, zu denen während der Erntezeit 180 Saisonarbeitende hinzukommen. Auf der gesamten Finca Los Altiplanos werden Grundgetreide und Bananen angebaut, um sie zu versorgen.

Über die Region

Dies ist Nicaraguas Kaffee-Hochburg, in der die Hälfte der landesweiten Kaffeebohnen produziert wird. Jinotega liegt auf einer Höhe zwischen 1.188 und 1.798 m ü. M. und profitiert von kühlen Temperaturen, gleichmässigen Niederschlägen und reichhaltigem Vulkanboden. Die höheren Lagen haben dieser Region den Beinamen «Stadt des Nebels» eingebracht. Es ist das ideale Terroir für den Anbau von SHB/SHG-Bohnen (Strictly Hard Bean/Strictly High Grown – ab 1.600 m ü. M.), die sich durch süssere, komplexe Aromen auszeichnen. Zu den hier beliebten Sorten zählen Caturra, Bourbon und zunehmend auch Catimor, das sich durch seine Rostresistenz auszeichnet.

Über Kaffee in Nicaragua

Kaffee stammt zwar nicht ursprünglich aus Nicaragua – aber ayy, hat er hier eine neue Heimat gefunden! Spanische katholische Missionare führten Arabica-Pflanzen in den 1790er Jahren über Costa Rica und Kolumbien erstmals in das Land ein. Das nördliche Hochland wurde zum Ausgangspunkt für den darauf folgenden Kaffeeboom in Nicaragua. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Kaffee Nicaraguas wichtigstes Exportgut. Politische Instabilität machte jedoch einen Strich durch die Rechnung. In den 1980er Jahren eskalierte die Lage zu einem regelrechten Bürgerkrieg, der die Kaffeeindustrie schwer traf. In der Folge verstaatlichte die Regierung viele Kaffeefarmen und beraubte die Produzent:innen damit ihrer Lebensgrundlage. Zudem unterbrach dieser Krieg die traditionellen Handelswege, was zu einem Handelsembargo der USA führte. Dadurch wurde Nicaraguas grösster Markt abgeschnitten. Viele Produzent:innen vernachlässigten oder gaben ihre Farmen auf — während die Kaffeeindustrie in den Nachbarländern Guatemala, Costa Rica und Panama weiterhin florierte.

Heute gehört Nicaragua zu den weltweit grössten Kaffeeproduktionsländern. 95 Prozent der nicaraguanischen Bohnen stammen heute von kleinen Familienbetrieben. Seit Generationen bewirtschaften Familien denselben Hangbauernhof, oft unter Anwendung traditioneller, schattenbewirtschafteter und biologischer Anbaumethoden. Darüber hinaus überwachen Genossenschaften wie CAFENICA die Produktions- und Qualitätsstandards. Auf diese Weise helfen sie den Bäuer:innen, ihre Ressourcen zu bündeln und Zugang zu besseren Märkten und faireren Preisen zu erhalten.