Oktober 8, 2025

Die Magie Afrikanischer Kaffees

by Leandra Reiser

Wir haben neulich eine ganze Reihe frischer afrikanischer Bohnen herausgebracht. Das ist in vielerlei Hinsicht besonders — lies weiter und erfahre, warum.

Kennt ihr das Gefühl, wenn eine Sinneswahrnehmung ganz bestimmte Erinnerungen hervorruft?

Zwei Sekunden eines Songs — die euch unmittelbar mit Emotionen aus dem Sommer 2009 überfluten?

Ein freundlicher Blick und sofortige Gänsehaut — weil er an eine Person erinnert, die ihr irgendwo schonmal gesehen habt?

Ein spezieller Duft — der euch direkt in eure Kindheit zurückversetzt?

Für Ivan, unseren Head of Quality & Education, haben afrikanische Kaffees genau diesen Effekt.

Magisch.

Er kann sich kein besseres Wort vorstellen, um seinen ersten Schluck eines äthiopischen Kaffees zu beschreiben: «Ich war zum ersten Mal von afrikanischen Kaffeesorten begeistert und berührt, als ich den Duft von Jasmin in einer Tasse wahrnahm. Ich erinnere mich noch genau daran. Es war ein gewaschener Filter aus der Region Yirgacheffe, den ich während eines Festivals in Berlin getrunken habe.» Diese Erfahrung brachte ihn zu der Überzeugung, die er heute hat:

«Aussergewöhnlicher Kaffee kann dich an unerwartete Orte wie in die eigene Kindheit entführen — und ist viel mehr als „nur“ eine Tasse Kaffee.»

Ivan, miró Head of Quality and Education

Ivans langjährige Berufserfahrung bestätigte nur seine Schlussfolgerung: «Ich kann mir keine andere Herkunft vorstellen, die der konstant hohen Qualität Äthiopiens bei Rohkaffee das Wasser reicht.»

Fraol Getachew, Cupper, Röster und Qualitätsexperte, der experimentelle Prozessprojekte bei Dimtu Coffee Industry in Äthiopien leitet, teilt Ivans Meinung. Er ist stolz auf die Einzigartigkeit ihrer Bohnen: «Äthiopien ist die Geburtsstätte des Kaffees und Heimat Tausender einheimischer Sorten, die es nirgendwo sonst gibt.»

Dimtu Coffee Industry — woher zwei unserer neuesten Kaffees stammen — ist ein Spezialitätenkaffee-Exporteur mit Sitz in Guji, Äthiopien. Das Unternehmen betreibt eine eigene 151 Hektar grosse Farm und Verarbeitungsstationen und arbeitet eng mit den umliegenden Kleinbäuer:innen zusammen.

«Äthiopische Kaffeesorten werden für ihre blumigen Aromen, lebhaften Fruchtnoten, teeähnliche Klarheit und einzigartige Vielfalt geschätzt — Eigenschaften, mit denen afrikanische Kaffees in der Specialty-Coffee-Welt herausstechen.»

Fraol Getachew, Cupper, Röster und Qualitätsexperte, Dimtu Coffee Industry

Als weiteren Grund, warum nicht nur äthiopischer, sondern alle afrikanischen Bohnen hervorstechen, nennen Fraol und Ivan ihre natürliche Umgebung.

«Die Höhenlagen, in denen man in Äthiopien, Kenia oder anderen Regionen Afrikas Kaffee anbauen kann, sind unglaublich hoch — oft über 2200 Meter ü. Meer. Besondere Bodenbestandteile sind ein weiteres Merkmal bestimmter afrikanischer Regionen, erklärt Ivan. Diese Bedingungen bilden die Grundlage für die Entwicklung ihrer unverwechselbaren Aromaprofile.

«Reiche Vulkanböden, ein natürliches Walddach und eine langsame Kirschreifung auf grosser Höhe führen zu Kaffees mit aussergewöhnlicher Klarheit, ausgewogener Säure und vielschichtiger Süsse.»

Fraol Getachew, Cupper, Röster und Qualitätsexperte, Dimtu Coffee Industry

So sehr sich diese Kaffeesorten durch ihr Aroma auszeichnen, so empfindlich sind sie beim Rösten. Aufgrund ihrer hohen Dichte erfordern afrikanische Bohnen — etwa im Vergleich zu zentralamerikanischen Kaffeesorten — viel Gespür, um ihre blumigen Noten und ihre lebendige Säure zu bewahren, erklärt unser Chef-Röster Alfonso.

«Vor allem bei gewaschenen afrikanischen Kaffees muss ich bei jedem Schritt der Erstellung des Röstprofils extrem vorsichtig sein — insbesondere in Bezug auf die Temperatur.»

Alfonso, miró Head of Roasting

Trotz ihres unübertroffenen Rufs scheinen afrikanische Kaffees bei Wettbewerben schwerer zu finden zu sein.

Was könnte der Grund dafür sein?

Trotz des globalen Trends zu experimentellen Verarbeitungsmethoden werden afrikanische Bohnen oft traditionell verarbeitet — natürlich oder gewaschen —, da diese Methoden tief in ihrer Kaffeekultur verwurzelt sind. Sie bringen die klaren, lebendigen und komplexen Aromen zur Geltung, für die afrikanische Kaffeesorten bekannt sind.

Allerdings glaubt Fraol nicht, dass die seltenere Präsenz afrikanischer Kaffeesorten bei internationalen Wettbewerben hauptsächlich auf die traditionelle Verarbeitung zurückzuführen ist. «Es geht vielmehr um begrenzten Zugang, Infrastruktur und Marktpräsenz», erklärt er. Ausserdem: Vielen afrikanischen Produzierenden fehlen die Ressourcen oder Verbindungen, um überhaupt zu experimentieren oder ihre Kaffeesorten bei internationalen Veranstaltungen einzureichen.

Fraol weist jedoch auf Ausnahmen hin: «Bei Dimtu kombinieren wir traditionelle äthiopische Methoden mit modernen Innovationen.» Er experimentiert häufig mit anaerober oder verlängerter Fermentation, Honig und Methoden mit kaltem Flusswasser — wodurch Dimtu sich weltweit bei Cupping-Tests von anderen abhebt.

«Wir entfernen uns nicht von unserem Erbe, sondern erkunden neue Dimensionen dessen, was afrikanische Kaffeesorten zu bieten haben. Wir wollen Tradition mit Innovation verbinden.»

Fraol Getachew, Cupper, Röster und Qualitätsexperte, Dimtu Coffee Industry

So einzigartig sie auch sind, selbst afrikanische Kaffeebohnen bleiben von einer Sache nicht verschont: dem Klimawandel.

Fraol sieht die Zukunft afrikanischer Kaffees als herausfordernd und vielversprechend zugleich. «Die weltweite Nachfrage nach einzigartigen, rückverfolgbaren und nachhaltigen Herkunftsorten wächst weiter. Äthiopien wird mit seiner unvergleichlichen Vielfalt auch weiterhin eine führende Rolle im Bereich Spezialitätenkaffee spielen. Die grössten Herausforderungen jedoch liegen in der Anpassung an den Klimawandel, einer fairen Preisgestaltung und Innovationen in der Verarbeitung.»

Bei miró sind in letzter Zeit viele afrikanische Kaffeesorten neu erschienen — sogar unser neuer Abo-Filterkaffee stammt aus Kenia — was für viel Begeisterung sorgt!

Jetzt sei der perfekte Zeitpunkt, um frische afrikanische Kaffees herauszubringen, da deren Ernte erst wenige Monate zurückliegt, sagt Alfonso. «Die Frische der grünen Bohnen macht einen grossen Unterschied im Geschmack — speziell bei afrikanischen Bohnen.»

Nebst unserem gewaschenen Dimtu bringen wir bald auch die natürlich verarbeitete Version dieser äthiopischen Bohne auf den Markt. Sehr besonders ist laut Ivan zudem, dass wir den gewaschenen Dimtu in allen unseren Shops als unseren zweiten Espresso servieren. «Ich glaube, es ist selten, eine so hochwertige Bohne als Espresso zu servieren — selbst in Spezialitätencafés.»

Grosses Lob von unserem Qualitätschef — neugierig, welches sein Lieblingskaffee ist?

«Eindeutig Banko Gotiti aus Äthiopien. Er steht für die Kernmerkmale äthiopischer Kaffees — meiner bescheidenen Meinung nach.»

Welcher ist euer Favorit?

Findet euren persönlichen Liebling unter unseren neuen afrikanischen Drops online oder kommt vorbei an unsere Standorte, um vorab zu probieren

— und lernt wahre Magie kennen, wie man so schön sagt.